Deutsches Höhlenmuseum Iserlohn

An der Dechenhöhle befindet sich das Deutsche Höhlenmuseum Iserlohn. Ein Besuch des Museums ist die ideale Ergänzung zur Besichtigung der Dechenhöhle. Das Museum hat zu den selben Zeiten wie die Dechenhöhle geöffnet. Führungen finden nach Vereinbarung statt.

 

Geschichte

Das Museum wurde 1979 an der Dechenhöhle unter dem Namen "Museum Dechenhöhle" als Privatmuseum der "Studiengemeinschaft für Vorgeschichte und Höhlenkunde" errichtet und ersetzte das ab 1967 im Dachgeschoß des Gasthofes "Zur Post" in der Grüne untergebrachte Museum der Vereinigung. Es enthielt Sammlungen zur Geologie und Höhlenkunde, der Tierwelt des Eiszeitalters und der Entwicklung des Menschen.

Im Zuge der Übernahme der Dechenhöhle durch die Mark Sauerland Touristik GmbH (MST) im Jahre 1984 erfolgte auch eine Neukonzeption des Museums, das im April 1987 unter der Trägerschaft der MST als "Höhlenkundemuseum Dechenhöhle" neu eröffnet wurde und nunmehr ausschließlich den Themenkreis der Höhlenkunde behandelte.
Seit 2006 befindet sich das Museum in wesentlich erweiterter Form direkt an der Höhle. Das neue Museum steht in der Trägerschaft des Fördervereins Dechenhöhle und Höhlenkundemuseum e.V.. Die Einrichtung des erweiterten Museums wurde wesentlich durch Mittel der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege ermöglicht.

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Ausstellung

Zu Beginn wird die Bildung des Höhlen enthaltenden Kalkgesteins anhand von Tafeln, Lebensbildern und Fossilien erklärt. Der sauerländische Massenkalk entstand im Devon aus den kalkigen Ablagerungen eines tropisch-warmen Meeres. Schwämme, Korallen und andere Riffbewohner schufen mit ihren Kalkgehäusen riffartige Ablagerungen von teilweise mehr als tausend Meter Mächtigkeit. Im Karbon wurden die Schichten durch Auffaltung aus dem Meer emporgehoben und unterlagen später der auflösenden Einwirkung durch das kohlensäurehaltige Regenwasser, das entlang tektonischer Risse und Schichtfugen in das Kalkgestein eindrang. Eine Grafik und ein Modell verdeutlichen die in drei Phasen gegliederte eiszeitliche Höhlenentstehung im Bereich von Dechenhöhle und der darunterliegenden Knitterhöhle. Belegstücke verdeutlichen Entstehung, Alter und Vielfalt der die Höhlen ausschmückenden Tropfsteingebilde.

Ein Lackabzug aus den Bodenschichten der Dechenhöhle enthält zahlreiche Knochenreste der Tierwelt des Eiszeitalters. Knochenfunde aus Letmather Höhlen werden durch ein Höhlenbärenskelett und die einzigartige lebensechte Dermoplastik eines Höhlenbären ergänzt. Der 1993 in einer kleinen Nebenhöhle der Dechenhöhle aufgefundene Schädel eines wärmeliebenden Waldnashorns aus einer Zwischeneiszeit vor mehr als 80.000 Jahren ist für Nordwestdeutschland einmalig und bildet seit 1995 die zweite Attraktion des Museums.

Der Bereich "Mensch und Höhle" zeigt steinzeitliche Funde aus der benachbarten Martinshöhle und der Grürmannshöhle. Im ausgehenden Mittelalter war eine Iserlohner Höhle Mittelpunkt für Mutmaßungen über Drachen- oder Riesenknochen und Schätze. Im 19. Jahrhundert begann die wissenschaftliche Untersuchung der heimischen "Knochenhöhlen". An der Untersuchung der 1868 entdeckten Dechenhöhle waren berühmte Naturforscher wie der Geologe Heinrich v. Dechen und der mit der Entdeckung des Neandertalerschädels verbundene Johann Carl Fuhlrott beteiligt. In einer Vitrine werden Ausrüstung und Vorgehensweise heutiger Speläologen (Höhlenforscher) gezeigt.

Zwei Fledermauspräparate veranschaulichen die lebende Tierwelt der Höhlen. Eine Videoanlage ermöglicht weitere Einblicke in die noch weitgehend unbekannte Höhlenwelt.

 

Wechselausstellungen und Aktionen

In regelmäßigen Wechselausstellungen werden jahreszeitlich passende Themen (Osterbräuche in Höhlen, Höhlenkrippen zur Weihnachtszeit) und aktuelle Forschungsergebnisse aus der Dechenhöhle und den benachbarten Höhlensystemen gezeigt.

Darüberhinaus soll das Höhlenkundemuseum aber auch zum Mitmachen anregen. Unsere Kinderferienprogramme bieten eine lehrreiche und spannende Beschäftigung mit verschiedensten höhlenbezogenen Themen wie Höhlenmalerei, Fledermäuse, Mineralien und Versteinerungen etc. Bei Malaktionen (z.B. Ostern) können die Kinder selbst ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

 

Literatur

Museumsführer: "Dechenhöhle und Höhlenkundemuseum". - Westfalen im Bild. Heft 3, Reihe Natur- und Bodendenkmale in Westfalen. Hrsg. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 1989



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