Die Speläogruppe Letmathe wurde 1976 in Letmathe gegründet und
hat ihren Sitz an der Dechenhöhle.
2007 gehören dem Verein ca. 75 Mitglieder an.
Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt.
Ziele
Primäres Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die
wissenschaftliche Erforschung sowie der Schutz der westfälischen
Höhlen und anderer Karstphänomene. Um diese Ziele zu erreichen
Wichtige
Arbeitsgebiete und Forschungsergebnisse
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Hauptarbeitsgebiete sind die Iserlohner Kalksenke, das Hönnetal sowie
das Südsauerland. Die Dechenhöhle wurde
erstmals vollständig vermessen (870 m). Bedeutende
Neuentdeckungen gelangen in der Knitterhöhle (Bachhöhle
unterhalb der Dechenhöhle, 800 m), im Bunker-Emst-Höhlensystem
(3300 m), der Hüttenbläserschachthöhle (4800 m) sowie der
B7-Höhle, die mit einer Gesamtlänge von über 5 km, die
längste Höhle im Märkischen Kreis ist. Insgesamt erreichen die
Höhlen des Grüner Tales damit eine Gesamtlänge von ca. 17 km.
Die Untersuchungen werden fortgesetzt.
Der erste vollständige Plan der Wermingserbachhöhle im
östlichen Iserlohner Stadtgebiet wurde erstellt.
Desweitern wurden zahlreiche Klein- und Mittelhöhlen neu entdeckt,
wie z.B. der 415 m lange Kleine Schacht,
die 150 m lange Nebelkammer sowie Reste und
Fortsetzungen der zerstört geglaubten Martinshöhle,
einer ehemals bedeutenden Kulturhöhle.
Im Hönnetal wurden seit 1976 in der Friedrichshöhle über 1400
m Gänge entdeckt, wodurch diese zum längsten und bedeutendsten
Karstphänomen dieses Gebietes geworden ist. Ein auch die
Feldhofhöhle, Tunnelhöhle und Karstquelle umfassender
Gesamtplan dokumentiert dieses bedeutendste Karstobjekt des
Hönnetales.
Im Südsauerland liegt der Forschungsschwerpunkt auf der
Attahöhle, in der wir seit 1983 über 5 km neuer Gänge
entdeckten. Zur Zeit beträgt die Gesamtlänge rund 6,7 km.
Mehrere Dokumentarfilme von ZDF und WDR boten auch der
Öffentlichkeit Einblick in die phantastische Tropfsteinwelt.
Weiterhin betreuen wir die 1980 entdeckte 348 m lange
Muttersteinhöhle.
Die Briloner Karsthochfläche war bis Ende der achtziger Jahre
ein weiteres Arbeitsgebiet. Unter anderem konnte die Rösenbecker Höhle bis
auf 1350 m erkundet und vermessen werden.
Umfangreiche Untersuchungen, unter anderem zu den Speläothemen, gab es zur
Ostenberghöhle in den Sparganophyllumkalken
bei Meschede, die zusammen mit anderen Vereinen betreut wird.
In Warstein untersuchen wir seit 1991 das Bilsteinhöhlen-System.
Seit 1994 wird das Gottesackerplateau am Hohen Ifen im
deutsch-österreichischen Grenzgebiet in Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten e.V. mit großem Erfolg und
Potential erforscht.
Desweiteren gab es mehrere Forschungsexpeditionen in der Türkei
und der Schweiz.
Wissenschaftliche Auswertung
Es wird angestrebt alle Bereiche der Höhlenkunde
wissenschaftlich zu bearbeiten.
Speziellere Untersuchungen konzentrieren sich zur Zeit auf die
Genese der Höhlen des Grüner Tales, die Genese der Sinterformen,
die Bearbeitung bedeutender paläontologischer Funde (Rentier, Nashorn) sowie die Bedeutung
der Vereisungsperioden für Sinterzerstörungen.
Zahlreiche Diplomarbeiten und Dissertationen zu höhlenkundlichen
Themen wurden und werden durch Mitglieder des Vereins bislang
angefertigt und unterstützt. Mehrere Projekte werden in enger
wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit geologischen und geographischen Instituten,
insbesondere mit der Arbeitsgruppe Höhlen vom geologischen Institut der Ruhr-Universität
Bochum sowie der Forschungsgruppe Höhlenklima vom geographischen Institut der Ruhr-Universität-Bochum verfolgt. Themen sind hier zur Zeit die geochemische
Rhythmik an quartären Speläothemen, Sinter- und Sedimentkartierungen in verschiedenen Höhlen sowie zahlreiche höhlenklimatologische Untersuchungen.
Eine enge Zusammenarbeit gibt es darüber hinaus
mit paläontologischen Instituten, naturwissenschaftlichen Museen
und anderen Höhlenforschern.
Dokumentation,
Publikation, Öffentlichkeitsarbeit
Jede bearbeitete Höhle wird mit Plan, Fotos und evtl. Video
dokumentiert. Die Ergebnisse wurden bis 1992 in unserer seit 1984
erscheinenden Zeitschrift "Mitteilungen und Berichte",
seit 1993 im "Speläologischen Jahrbuch" sowie in
anderen Fachzeitschriften veröffentlicht. 1995 haben wir mit dem
Buch "Höhlen in Iserlohn" die wichtigsten Ergebnisse
unserer Forschung im Iserlohner Gebiet zusammengefaßt. Wir
betreuen die seit 1990 an der Dechenhöhle befindliche Bibliothek
des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher und
arbeiten an regionalen und internationalen Bibliographien mit.
Ausstellungen im Museum Dechenhöhle und Diavorträge informieren
die Öffentlichkeit über die neuesten Forschungsergebnisse.
Sporadisch wird auch über Presse, Radio und Fernsehen
informiert.
Internationale
Kontakte, Veranstaltungen von Tagungen, Mitgliedschaften
Die Speläogruppe Letmathe legt großen Wert auf Kontakte und
Zusammenarbeit mit Höhlenforschern und Organisationen im In- und Ausland.
Regelmäßig nehmen Mitglieder an Fachkongressen und Tagungen
teil.
Der Verein ist aktives Mitglied im
Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher und dort im Vorstand engagiert. In Letmathe
veranstalteten wir 1987, 1995 und 2007 die "Verbandstagung der
deutschen Höhlen- und Karstforscher" mit jeweils über 250
Teilnehmern aus zahlreichen europäischen Ländern, 1998 und 2000
waren wir an der Durchführung in Gerolstein und Oberstdorf beteiligt. 1989 organisierten wir ein
ebenfalls international besuchtes "Symposium zur Geschichte
der Höhlenforschung in Deutschland" an der Dechenhöhle. 1998 fand die jährliche Tagung der
"Hugo-Obermeier-Gesellschaft" zur
Erforschung des Eiszeitalters an der Dechenhöhle statt.
Ebenfalls an der Dechenhöhle organisieren wir seit 1984 die
"Monatsversammlung der Rheinisch-Westfälischen Höhlen- und
Karstforscher". Auch Arbeitskreise für Höhlenschutz und
Höhlenrettung tagten hier mehrmals.
Die Speläogruppe Letmathe besitzt eine eigene
Höhlenrettung, die in unregelmäßigen Abständen den Ernstfall
probt. Gute Kontakte, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Übungen
gibt es mit den Berufsfeuerwehren, dem THW und anderen
Höhlenforschern.
Höhlen-
und Naturschutz
Die Speläogruppe Letmathe stellt den Höhlenschutz gleichwertig
neben die Höhlenforschung.
Gefährdete Höhlen wurden sicher verschlossen,
Reinigungsaktionen durchgeführt und die Öffentlichkeit durch
Ausstellungen und Informationsblätter aufgeklärt. Gutachten und
Stellungnahmen verhinderten beispielsweise die geplante
Überbauung der letzten einigermaßen unberührten
Karsthochfläche in Iserlohn, der Sonderhorst.
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